Es ist 4 Uhr morgens.
Ich sitze hier und reflektiere über mein Leben.
Oder vielleicht schreibe ich einfach nur los – lasse meinen Gedanken freien Lauf.
In vier Wochen ist es soweit:
Mein Debüt-Konzert.
Mein erstes Solo.
Meine erste Show, die ich selbst geplant, vorbereitet und umgesetzt habe.
Ich erinnere mich daran, wie ich schon als Kind kleine Shows vorbereitet habe.
Damals waren es Zaubertricks – heute ist es Musik.
Und doch bleibt die Frage:
Sind nicht viele unserer Tage eine Art Show?
Momente, in denen wir spielen, etwas darstellen, manchmal sogar etwas, das wir gar nicht sind?
Vielleicht unbewusst.
Vielleicht, weil wir Angst haben, abgelehnt zu werden.
Weil wir gemocht, gesehen, geliebt werden wollen.
Weil unser Ego das Rampenlicht sucht –
auch wenn wir es uns nicht eingestehen.
Aber ist das, was ich jetzt tue, auch eine Show?
Oder ist es Wahrheit?
Sind die Songs, die ich singe, meine Videos, meine Worte –
Teil einer Rolle oder Ausdruck meines echten Lebens?
Ich weiß es nicht mit Sicherheit.
Aber ich spüre, dass ich mit jedem Tag, mit jedem Atemzug,
ein Stück mehr von der Maske ablege.
Ein Stück mehr von dem Menschen zeige, der ich wirklich bin.
Diese Show ist keine Show.
Sie ist Leben.
Mein echtes Leben.
Und vielleicht ist das die Wahrheit, nach der ich gesucht habe:
Dort, wo Liebe ist, da wohnt die Wahrheit.
Und wenn wir bereit sind, uns selbst zu begegnen –
dann beginnen wir, beides zu verstehen.
Alles und jeder, jede Begegnung, jeder Schmerz,
trägt seinen Sinn in sich.
Auch wenn wir ihn erst später erkennen.
So ist jeder Mensch,
ob gut oder schlecht,
ein Teil unserer Geschichte.
Und jedes Erlebnis –
führt uns näher zu dem Ort,
an dem wir wahrhaft wir selbst sind.