Am Start.

Heute wäre ich am liebsten liegen geblieben.
Der Schlaf war süß, mein Körper müde.
Ich spüre das Leben in jedem Muskel. Muskelkater.

Ich trainiere nicht lange.
Vierzig, manchmal sechzig Minuten.
Aber ich gebe alles.
Nicht, um jemandem etwas zu beweisen.
Nicht, um Erwartungen zu erfüllen.
Sondern, um da zu sein – wach, klar, bereit.
Um am Start zu sein.
Um mein Bestes zu geben.

Seit einem Jahr bin ich konsequent.
Ich habe fast zwölf Kilo verloren.
Ich fühle mich fit, wach, lebendig.
Ich arbeite an meinem Traum –
und in vier Wochen und zwei Tagen
gebe ich mein erstes Konzert.

Es fühlt sich gut an.
Echt.
Real.
Und doch:
Ich weiß, da ist noch Luft nach oben.

Ich würde am liebsten mehr proben.
Am liebsten einmal die Woche auftreten,
um Routine zu finden, um zu wachsen,
um ready zu sein, wenn es soweit ist.

Ich kenne noch nicht alle Songs auswendig.
Ich weiß nicht, wie es sein wird,
wenn ich sie vor Publikum singe.
Aber ich will es wissen.
Ich will erleben, was passiert,
wenn man loslässt und sich zeigt.

Ich brauche eine Anlage,
damit ich proben kann,
vielleicht in einem kleinen Restaurant,
vielleicht im Blaustern selbst.
Ich möchte anfangen.
Nicht irgendwann – jetzt.

Wir sind finanziell nicht perfekt aufgestellt,
aber ich weiß, was zu tun ist.
Ich brauche die Auftritte.
Ich brauche das Leben.
Denn das ist mein Weg.
Und ich gehe ihn –
in Gottes Namen.

Amen.

Zwischen Zweifel und Glauben

Es ist 3:40 Uhr.
Ich sitze hier und schreibe.

Manchmal habe ich Selbstzweifel.
Sie brodeln nicht, aber sie sind da.
Ich habe Angst zu versagen.

Was, wenn ich mich lächerlich mache?
Wenn all das, was ich erzähle, nichts mit Kunst zu tun hat?

Das frühe Aufstehen, der Verzicht auf Zucker, Brot, Alkohol, Fernsehen, Social Media –
manchmal frage ich mich, wofür eigentlich?
Was, wenn ich einfach nur ein verwirrter alter Mann bin,
der versucht, etwas zu erreichen, das längst zu spät scheint?

Aber dann erinnere ich mich.
Ich tue es für meine Kinder.
Ich tue es, weil ich an ihre Träume glaube.
Und weil ich ihnen zeigen will,
dass Disziplin und Glaube am Ende immer siegen.

Jeder kleine Erfolg wird gefeiert.
Jede Hürde genommen.
Und ja – manchmal zittere ich.
Manchmal plane ich und weiß nicht, ob es klappt.

Ich kann vielleicht nicht „perfekt“ singen.
Ich mache Fehler. Ich stolpere.
Aber ich gehe weiter.

Denn 67 Menschen haben bereits zugesagt,
dass sie zu meinem Konzert kommen.
67 Menschen, die hören und sehen wollen,
was Nicolas Lorenzo vorbereitet hat.

Und ganz ehrlich:
Egal, wie es läuft – ich bin dankbar.

Ich werde auf dieser Bühne stehen,
zitternd, lachend, vielleicht mit Tränen in den Augen.
Aber ich werde da sein.
Und ich werde teilen, was ich bin:
meine Liebe, meine Hoffnung, mein Leben.

Vielleicht ist das nicht perfekt.
Aber es ist echt.
Und vielleicht ist genau das,
was die Welt gerade braucht.

Ich bin dankbar.
Und ich weiß – am Ende wird es gut.
Vielleicht sogar spektakulär.

In Gottes Namen.
Amen.

Der Weg bleibt spannend

Es ist Sonntag, 26. Oktober.
Heute Nacht wird die Uhr zurückgestellt – eine Stunde mehr Schlaf, sagen sie.
Ich bin früher aufgestanden als sonst.
Vielleicht, weil meine Träume mich geweckt haben.

Ich war früh im Bett, kurz nach neun,
und wachte gegen drei auf – ruhig, klar.
Ich träume oft.
Mal schön, mal schwer.
Ich glaube, im ersten Schlaf erholt sich der Körper,
im zweiten der Geist.
So habe ich es gelesen,
und so fühlt es sich an.

Ich träume, um zu verarbeiten,
um Frieden zu finden.
Doch heute war es anders.
Heute wollten meine Träume erfüllt werden.
Jetzt ist die Zeit.

Die Welt schläft noch,
meine Frau, meine Kinder –
und ich sitze hier,
wach, dankbar,
mit Stift und Gedanken.

Ich hätte weiterschlafen können,
zwei, drei Stunden vielleicht.
Aber es gibt etwas, das stärker ist als Müdigkeit:
der Ruf des eigenen Weges.

Ich arbeite jeden Tag an meinem Traum.
Es ist längst mehr als ein Wunsch,
es ist ein Teilzeitjob geworden.
Unter der Woche schreibe ich bis fünf Uhr dreißig,
am Wochenende oft bis acht.
Reflexion, Social Media, Gesang –
all das ist Arbeit.
Arbeit, die mich erfüllt.

Und genau deshalb lohnt es sich aufzustehen.
Denn Träume werden wahr,
wenn man beginnt, sie täglich zu aktivieren.
So einfach ist das.

Der Weg bleibt spannend.

Vater und Sohn – Vom Schweigen und vom Mut

Das Leben fordert uns manchmal heraus.
Manchmal bringt es uns an den Rand, an den Platz, an dem wir erkennen, wer wir wirklich sind.
Manchmal konfrontiert es uns mit unseren Ängsten,
und es schenkt uns die Möglichkeit, auf dieselben Situationen anders zu reagieren.

Ich wurde als Kind und Jugendlicher oft beschimpft, klein gemacht, erniedrigt.
Und lange Zeit traute ich mich nicht, etwas zu sagen.
Ich schwieg.
Ich schwieg, selbst wenn ich im Recht war.
Vielleicht lag es an der Strenge meiner Eltern.
Vielleicht an der Angst, etwas Falsches zu tun.
Ich weiß es nicht.
Aber diese Angst begleitet mich bis heute.
Noch heute habe ich manchmal Mühe, meine Meinung zu sagen,
oder mich zu verteidigen, wenn mir Unrecht geschieht.


Vor einigen Tagen war ich mit meinem Sohn beim Fußballtraining.
Ich sah, wie er plötzlich stehen blieb, den Kopf senkte.
Irgendetwas war passiert.
Auf dem Heimweg fragte ich ihn:
„Was war los?“

Er sagte:
„Der hat mich Fettsack genannt.
Und der andere hat gesagt: Stimmt auch.
Da habe ich ihn geschubst.“

Ich war im ersten Moment verwirrt.
Ich wusste nicht, ob das richtig oder falsch war.
Ich fragte mich, ob ich ihn hätte bremsen sollen.
Aber gleichzeitig spürte ich etwas anderes:
Stolz.

Denn mein Sohn hatte etwas getan,
was ich früher nie konnte.
Er hatte sich gewehrt.
Nicht mit Gewalt, sondern mit Haltung.
Er hatte keine Angst, zu reagieren.
Er hat sich gezeigt.


Er ist wie ich.
Nur stärker.
Nur mutiger.
Er ist meine bessere Version.

Meine Aufgabe als Vater ist es, ihn zu begleiten.
Ihn zu unterstützen,
ihn nicht zu bremsen,
nicht meine alten Ängste auf ihn zu übertragen.

Ich bin dankbar, dass ich ihn habe.
Denn er spiegelt mir vieles aus meiner eigenen Kindheit zurück.
Vieles, was ich lange verdrängt habe.
Und er zeigt mir, dass ich heute anders reagieren kann.


Später, als wir zu Hause waren, sagte ich zu ihm:
„Marcio, ich verstehe dich.
Vielleicht war es nicht richtig, ihn zu schubsen.
Aber es war richtig, dass du dich verteidigt hast.“

Vater zu sein ist nicht einfach.
Manchmal stellt das Leben uns vor Prüfungen,
damit wir durch unsere Kinder lernen dürfen.

Wir wachsen miteinander.
Wir lernen voneinander.
Und manchmal sind es genau diese Momente,
die uns zeigen, wo wir stehen –
wer wir geworden sind.


Und so bleibt am Ende nur eine Frage:
Ist es richtig, immer ruhig zu bleiben,
nur um einer Konfrontation aus dem Weg zu gehen?

Ich glaube nicht.
Es geht nicht darum, laut zu werden oder zu kämpfen.
Es geht darum, bewusst zu handeln.
Bewusst für sich einzustehen.
Für das, was richtig ist.
Für Liebe.

Jeder Mensch hat seine Geschichte.
Und jeder Moment trägt die Chance in sich,
sie ein Stück weiterzuschreiben –
diesmal mit Mut, Bewusstsein
und mit Liebe.

Ein neuer Tag im neuen Leben

3:10 Uhr.
Die Welt schläft.
Ich sitze hier – voller Hunger, aber auch voller Leben.

Etwas wächst in mir.
Etwas Großes.

Ich arbeite an der Verwirklichung meines Traumes.
Und während ich diesen Traum verwirkliche, spüre ich Glück.
Kein lautes Glück.
Ein leises, echtes – das, das bleibt.

Es ist nicht einfach.
Und die Maßstäbe sind groß.
Doch Größe bedeutet nicht Zahlen, nicht Masse,
sondern Energie.
Bündelung.
Fokus.

Ich habe es mir so sehr gewünscht:
Sänger zu sein.
Aber früher war es nur ein Wunsch.
Heute ist es definiert.
Heute ist es klar.

Ich will auf die Bühne.
Ich will singen.
Ich will Menschen berühren.
Ich will die Botschaft verkünden –
die Botschaft der Liebe, des Glaubens, des Glücks.
Die Botschaft, dass alles möglich ist,
wenn wir bereit sind, den Weg zu gehen.

Wenn wir unsere Augen öffnen.
Und unser Herz.
Und handeln.

Ich danke Gott für diese Erkenntnis.
Denn sie ist nicht selbstverständlich.
Sie ist Gnade.

Vielleicht ist das meine Aufgabe –
anderen die Augen zu öffnen.
Zu zeigen, dass das Leben,
unsere Erde,
unsere Seele –
göttlicher sind, als wir glauben.

Wir müssen nur bereit sein.
Bereit zu lieben.
Bereit zu glauben.
Bereit zu handeln.

Amen.

Früh, klar, fokussiert

Es ist 3:15 Uhr.
Ich stehe auf, wie fast jeden Tag.
Der Kopf klar, der Körper bereit.

Ich arbeite an meiner Website,
am neuen Konzept – Buena Vista Nights.
Es wird groß. Es wird echt.

Um 6:15 Uhr bin ich im Fitnessstudio.
Der Körper zieht nach, was der Geist längst beschlossen hat.
Disziplin bedeutet, sich selbst nicht zu verraten.

Danach: mein Sohn.
Fußballplatz. Technik, Bewegung, Leidenschaft.
Ich liebe diese Momente – sie erinnern mich daran, warum ich das alles tue.

Dann Arbeit, Telefonate, Termine. Fahren. Denken. Planen. Leben.

Am Abend fahre ich zum Flughafen.
Meine Familie kommt zurück.
Ein langer Tag – voll mit Aufgaben, Begegnungen, Entscheidungen.

Doch das Schönste daran:
Ich spüre, dass jeder dieser Tage mich formt.
Ich wachse. Ich lerne. Ich bleibe dran.

Es gibt nichts Wichtigeres, als jeden Tag bewusst zu leben –
mit Herz, mit Disziplin, mit Liebe.

Zwischen Arbeit und Erwachen

Meine neue Aufstehzeit liegt irgendwo zwischen 3:00 und 3:30 Uhr.
Nicht, weil ich muss – sondern, weil ich will.

Ich habe erkannt, dass Zeit in meinen Traum zu investieren nur dann möglich ist,
wenn ich sie mir selbst schenke.
Vor allem am Morgen – bevor die Welt mich ruft.

Uns hat man beigebracht:
„Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.“
Doch ehrlich gesagt – wie oft bleibt danach noch Kraft fürs Vergnügen?
Und was ist überhaupt Vergnügen?
Fernsehen, sich berieseln lassen, Gespräche führen, die sich im Kreis drehen?

Kinder stehen morgens auf und haben bis in die Nacht hinein Energie,
weil sie das tun, was sie lieben.
Ich beginne zu verstehen: genau darum geht es.

In letzter Zeit spüre ich diese Kraft wieder –
nicht, weil mein Leben leichter geworden ist,
sondern weil ich an meinem Traum arbeite.

Und solange ich das tue,
ist die Energie grenzenlos.

Wenn ich mich aber in fremdbestimmte Aufgaben verliere,
fühle ich, wie sie versiegt.
Dann wird selbst das frühe Aufstehen schwer.

Es gibt viel zu tun.
Deshalb sitze ich hier.
Es ist 3:15 Uhr – und ich handle.

Der Abend, an dem Schweigen auch Musik war

Im Vollspeed Richtung Verwirklichung eines Traums.
Oder nur Illusion?
Verlorene Seelen in einer surrealen Welt.

Gestern Abend fuhr ich nach Sinzheim – knapp neunzig Minuten von Zuhause entfernt.
Auf dem Marktplatz ein Street-Food-Festival.
Lichter, Stimmen, Musik.
Die Stände voll, der Wind frisch, die Menschen lebendig.

Ich kam gegen 21:30 Uhr an.
Ruby G performte, als würde er ein Stadion mit 10 000 Menschen beschallen.
Sein Sound, seine Stimme, seine Präsenz – Weltklasse.
Für mich ist Ruby einer der begnadetsten Sänger und Entertainer unserer Zeit.
Er lebt Musik. Er ist Musik.


Der Geist des Buena Vista

Begleitet wurde er von Larava Cacho Lopez – einer außergewöhnlichen Weltpianistin.
Ihr Vater war einer der Gründer des legendären Buena Vista Social Club.
Sie trägt diesen Spirit, diesen Flair, dieses Feuer.
Buena Vista – das ist mehr als Musik.
Es ist eine Haltung.
Eine Liebe zum Leben.

Ein paar Latinos tanzten um sie herum, sie lachten, sie lebten.
Und der Rest – sie hörten zu.
Vielleicht wussten nicht alle, was sie da spüren,
aber ich weiß es:
Es war Echtheit. Seele. Erinnerung.


Lernen im Schweigen

Eigentlich wollte ich in der Pause singen.
Doch es gab keine Pause.
Und das war gut so.

Ich blieb.
Ich hörte.
Ich lernte.

Ich habe an diesem Abend nicht gesungen –
aber ich habe verstanden.
Ich habe vom Großmeister gelernt.

Manchmal ist Stille die größte Bühne.
Und Beobachtung die ehrlichste Form des Respekts.


Göttisches Timing

Dieser Abend war keine verpasste Chance.
Er war ein Zeichen.
Vielleicht noch nicht die Zeit, selbst zu singen –
aber die Zeit, bereit zu sein.

Denn alles kommt,
wenn es kommen soll.

Es ist Zeit, die Samen zu sehen,
die Gott mir in die Hand gelegt hat.

AMEN.

Die kleinen Dinge

Es sind die kleinen Dinge.
Die, die man oft übersieht.
Die, die keiner feiert.
Und doch – genau dort liegen die wahren Siege des Lebens.

Nicht im Applaus.
Nicht im großen Moment.
Sondern in den leisen Gesten,
in einem ehrlichen Blick,
in einem Wort, das zur richtigen Zeit kommt.

Meine Show ist mehr als Musik.
Sie ist eine Einladung, wieder zu fühlen.
Zu erinnern.
Zu spüren, dass Glück nichts kostet –
außer Aufmerksamkeit.

Ich möchte, dass Menschen nach Hause gehen
und plötzlich wieder das hören,
was sie längst verlernt haben zu hören:
ihr Herz.

Zwischen Soul und Latin Vibes
liegt für mich ein Stück Freiheit.
Ein Stück Leben.
Ein Raum, in dem jeder nette Mensch Platz hat –
weil es nicht um Rollen geht,
sondern ums Menschsein.

Ich will keine Bühne, um zu glänzen.
Ich will eine Bühne,
auf der Menschen sich selbst begegnen.

Und wenn am Ende des Abends
ein Herz ein Stück leichter ist,
dann war es genau richtig.

Zwischen Scham und Vertrauen

Es ist 2:35 Uhr.
Ich bin wach, trinke meinen Kaffee und schreibe diese Zeilen.

Seit Monaten mache ich meine Reels,
teile meinen Weg, meine Gedanken, meine Musik.
Inzwischen sind es über hundert Beiträge –
und manchmal frage ich mich,
ob sie überhaupt jemand wirklich sieht.

Manchmal bekomme ich Likes,
ein paar Kommentare, ein freundliches Wort.
Doch oft bleibt es still.
Still, obwohl ich weiß,
dass Menschen meine Beiträge anschauen.
Still, obwohl ich spüre,
dass da draußen viele mitlesen –
ohne sich zu zeigen.

Und in dieser Stille fühle ich manchmal etwas Scham.
Weil ich mich offen zeige.
Weil ich meine Fehler teile,
meine Schwächen, meine Wahrheit.
Und während ich veröffentliche,
denke ich manchmal:
„Vielleicht halten sie mich für verrückt.
Oder für einen Spinner, der immer noch träumt.“

Doch dann erinnere ich mich,
warum ich das alles tue.
Ich tue es nicht für Likes.
Nicht für Applaus.
Ich tue es,
weil etwas in mir sagt: Mach weiter.

Gott sieht.
Gott weiß.
Und wenn es am Ende niemand versteht –
dann wird es wenigstens
ein Tagebuch für meine Kinder und Enkelkinder sein.

Ein Zeugnis dafür,
dass ihr Vater geglaubt hat.
Und nicht aufgehört hat,
zu träumen.