Es ist fünf Uhr morgens.
Ich sitze an unserem Wohnzimmertisch.
Eine kleine Lampe brennt.
Alle schlafen.
Eigentlich wollte ich ausschlafen.
Ich habe mir diese Woche sogar bewusst dafür vorgenommen.
Eine Woche ohne frühes Aufstehen.
Ohne feste Routinen.
Ohne Strenge.
Doch mein Körper war wach.
Mein Geist auch.
Wir sind gestern kurz nach Mitternacht ins Bett gegangen.
Und trotzdem war da dieses innere Signal:
Jetzt ist Zeit.
Zeit, weiterzugehen.
Zeit, weiterzuarbeiten.
Zeit, bei mir zu bleiben.
Vor etwa einem Jahr habe ich begonnen, Routinen aufzubauen.
Routinen, durch die ich über 15 Kilo verloren habe.
Routinen, durch die ich klarer, ruhiger und stärker geworden bin.
Routinen, die mich Schritt für Schritt näher an meinen Kindheitstraum geführt haben:
Sänger zu sein.
Nicht irgendwann.
Sondern jetzt.
Im November letzten Jahres habe ich aufgehört, Alkohol zu trinken und zu rauchen.
Ich habe auf Fernsehen verzichtet.
Im Januar auf Zucker.
Nicht aus Zwang.
Nicht aus Härte.
Sondern aus einer Entscheidung heraus.
Es kostet mich keine Überwindung, auf Weihnachtskekse zu verzichten.
Ich tue es aus Liebe zu meiner Frau.
Um sie zu ehren.
Um ihre Mühe zu respektieren.
Und wenn ich mit meinen Kindern Burger esse und Süßigkeiten teile,
dann nicht aus Schwäche,
sondern aus Verbundenheit.
Um ihnen zu zeigen:
Papa verzichtet das ganze Jahr.
Aber zu Weihnachten macht er bewusst eine Ausnahme.
Papa schummelt mit euch.
Nicht heimlich.
Sondern offen.
Um euch zu zeigen, dass man genießen darf.
Und dass man danach wieder konsequent sein kann.
Ich verpasse nichts durch meine Entscheidungen.
Im Gegenteil.
Ich lebe meinen Traum dank dieser Entscheidungen.
Wir sprechen so oft von Verzicht.
Doch in Wahrheit gibt es keinen Verzicht.
Es gibt nur Entscheidungen.
Man entscheidet sich nie gegen etwas.
Man entscheidet sich für etwas anderes.
Ich habe mich nicht gegen Zucker entschieden.
Nicht gegen Fernsehen.
Nicht gegen Ausschlafen.
Ich habe mich für Gesundheit entschieden.
Für Energie.
Für Klarheit.
Für einen Körper, der trägt.
Für einen Geist, der wach ist.
Für meine Träume.
Und heute entscheide ich mich zusätzlich dafür,
meinen Kindern und meinen Liebsten zu zeigen,
dass ich zu ihnen gehöre.
Dass Nähe wichtiger ist als Regeln.
Dass Ausnahmen erlaubt sind –
wenn sie bewusst sind.
Ich sitze hier und arbeite.
Es gibt viel zu tun.
Pläne.
Skizzen.
Ideen.
Und genau das macht mich glücklich.