Ich sitze hier und schreibe.
Ein neuer Tag hat begonnen – und ich bin wach, klar, anwesend.
Morgen ist mein Debüt.
Und heute spüre ich alles.
Die Unruhe. Die Vorfreude.
Diese merkwürdige Mischung aus Müdigkeit und Wachheit, die nur entsteht, wenn etwas wirklich Wichtiges bevorsteht.
Ich versuche, meinen Tag zu ordnen.
Den Körper zu bewegen.
Den Geist zu beruhigen.
Mir selbst die besten Bedingungen zu schaffen, damit ich morgen Abend vollständig bei mir sein kann.
Doch als ich heute aufwachte, war zuerst die Angst da.
Für einen Moment dachte ich, etwas stimme nicht mit mir.
Diese alten Reflexe, die hochkommen, wenn man vor etwas Großem steht.
Mein Sohn war letzte Woche krank, meine Familie angeschlagen – und natürlich arbeitet das in einem weiter.
Aber die Frage ist nicht, warum solche Gedanken entstehen.
Die Frage ist: Wo will ich stehen?
Ich weiß, was mein Pol ist.
Ich weiß, wo ich hingehöre.
Und wenn dieser Weg der richtige ist – dann trägt er auch durch die Angst hindurch.
Vielleicht ist Angst manchmal nur der Schatten eines neuen Schritts.
Vielleicht ist sie nur die Reaktion unseres Körpers, wenn die Seele sagt:
„Es wird ernst. Und es wird wahr.“
Ich versuche nicht, die Angst wegzudrücken.
Ich sage:
„Wenn sie kommen soll, dann soll sie kommen.“
Denn wenn etwas wirklich von Gott gewollt ist,
wenn etwas deine Aufgabe ist,
dann wird dich nichts davon abhalten.
Auch nicht die Angst.
Auch nicht die Müdigkeit.
Auch nicht dieses leise Zittern, bevor man durch eine Tür geht, die man sein Leben lang gesucht hat.
Morgen ist mein Debüt.
Mein erster Schritt auf eine echte Bühne.
Ein Moment, von dem ich weiß:
Er wird etwas in mir verändern.
Und egal, wie es läuft –
ich gehe diesen Weg weiter.
Weil er die Wahrheit ist.
Und die Wahrheit bleibt.